„Was? Zucchini im Schokoladenkuchen? Igitt!“
Die Vorfreude steigt bei meinen Kindern eigentlich sofort, wenn es heißt: Heute gibt es Schokoladenkuchen! Schokolade geht schließlich immer, oder? Doch dieses Mal hatte ich eine kleine Überraschung für sie, denn ich wollte nicht einfach den nächsten Schokoladenkuchen backen, sondern etwas Neues ausprobieren: Zucchini im Schokokuchen.
„Zucchini?“ Im Kuchen? Igitt! Warum denn das?“
So ungefähr sahen die fragenden Kinderaugen aus. Und ich kann die Skepsis sogar verstehen. Zucchini und Kuchen? Auf den ersten Blick klingt diese Kombination vielleicht tatsächlich ein bisschen ungewöhnlich. Nur im Moment gibt es bei uns soviel Zucchini. Warum nicht einmal etwas Neues ausprobieren? Ein bisschen Gemüse in einem Kuchen kann schließlich ja nicht schaden – und vielleicht lässt sich damit sogar ein richtig leckerer Familienkuchen zaubern.
Gesagt, getan. Ich habe also die Zucchini fein geraspelt, gut ausgedrückt und im Schokoladenteig verschwinden lassen. Und dann kam der spannende Moment: Der fertige Kuchen stand auf dem Tisch. Meine Kinder schauten erst einmal ganz genau hin. Wo ist denn da bitte die Zucchini?
Denn tatsächlich sieht man von ihr im fertigen Kuchen so gut wie nichts. Keine grünen Stückchen, die misstrauisch beäugt werden könnten. Stattdessen sieht man einen wunderbar dunklen, schokoladigen Kuchen mit kleinen Schokotropfen und bekommt beim Anschneiden direkt diesen herrlichen Schokoladenduft in die Nase.Und was soll ich sagen?
Da wurde plötzlich doch zugegriffen. Ein Stück probiert. Kurz gekaut. Und dann war es auf einmal gar nicht mehr „igitt“. Rucki-zucki war das zweite Stück in den Händen meiner Kinder. 🙂
Tja, was soll ich sagen? Vielleicht ist Zucchini im Kuchen ja doch nicht so schlimm. Vielleicht ist sie sogar traumhaft lecker!
Also, wie sieht es mit dir aus? Möchtest du auch ein Stück probieren?
Ein Schokoladenkuchen mit einer kleinen Überraschung:
Dieser Schokoladen-Zucchini-Kuchen ist für mich ein wunderbares Beispiel dafür, dass man beim Backen ruhig einmal etwas ausprobieren darf. Zucchini muss nicht immer nur in herzhaften Gerichten landen. Fein geraspelt und gut ausgedrückt kann sie durchaus auch in einem Kuchen wunderbar funktionieren.
Dabei steht die Zucchini geschmacklich gar nicht im Vordergrund. Sie soll hier nicht dafür sorgen, dass der Kuchen nach Zucchini oder Gemüse schmeckt. Vielmehr unterstützt sie die Konsistenz des Kuchens und trägt dazu bei, dass er wunderbar saftig wird.
Und genau das ist das Schöne an diesem Rezept: Du bekommst einen richtig schokoladigen Kuchen, bei dem die Zucchini im Hintergrund bleibt.
Das kräftige Kakaopulver, die Schokotropfen und der Vanillezucker geben dem Kuchen seinen typischen süßen und schokoladigen Geschmack. Die Zucchini sorgt währenddessen für Feuchtigkeit und eine wunderbar saftige Krume.
Kann man die Zucchini im Kuchen sehen?
Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Fragen, wenn man diesen Kuchen zum ersten Mal backt. Nein – wenn du die Zucchini fein raspelst, ist sie im fertigen Kuchen kaum bis gar nicht zu erkennen.
Durch den dunklen Backkakao fällt die Zucchini optisch kaum auf. Deshalb eignet sich der Kuchen auch wunderbar für kleine Skeptiker, die beim Thema Gemüse besonders genau hinschauen. Wichtig ist allerdings, die Zucchini nach dem Raspeln gut auszudrücken. Zucchini besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Wenn du die Raspel einfach mitsamt der gesamten Flüssigkeit in den Teig gibst, kann der Teig schnell zu feucht werden.
Deshalb gebe ich die geraspelte Zucchini in ein sauberes Küchentuch und drücke die Flüssigkeit gründlich heraus. Danach kann sie direkt in den Kuchenteig.
Und schmeckt man die Zucchini?
Auch hier lautet meine Antwort: Nein, der Kuchen schmeckt nicht nach Zucchini. Die Zucchini hat einen sehr milden Eigengeschmack und wird in diesem Rezept von den intensiven Schokoladenaromen deutlich überlagert.
Kakao, Schokotropfen und Vanillezucker sorgen dafür, dass beim Reinbeißen vor allem eines im Mittelpunkt steht: Schokolade!
Die Zucchini übernimmt vielmehr eine andere Aufgabe: Sie unterstützt die saftige Konsistenz des Kuchens.
Warum ist Schokoladen-Zucchini-Kuchen so saftig?
Das Geheimnis liegt vor allem im Wassergehalt der Zucchini. Auch nachdem du die Zucchini gut ausdrückst, bleibt noch ausreichend Feuchtigkeit in den feinen Raspeln zurück. Beim Backen gibt die Zucchini diese Feuchtigkeit nach und nach an den Teig ab. Zusammen mit dem Öl entsteht dadurch ein wunderbar saftiger Kuchen. Das Öl spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle. Während Butter beim Abkühlen wieder fester wird, sorgt Öl dafür, dass der Kuchen auch nach dem Auskühlen angenehm weich und saftig bleibt. Deshalb eignet sich dieser Kuchen meiner Meinung nach besonders gut für alle, die trockene Schokoladenkuchen nicht so gerne mögen.
Welche Schokolade eignet sich für den Kuchen?
Für diesen Schokoladen-Zucchini-Kuchen verwende ich gerne Schokotropfen zum Backen. Sie sind praktisch, weil sie bereits die richtige Größe haben und direkt in den Teig gegeben werden können. Ob du Vollmilch- oder Zartbitter- Schokotropfen verwendest, kannst du ganz nach deinem Geschmack entscheiden. Wenn der Kuchen besonders intensiv und nicht ganz so süß schmecken soll, würde ich zu Zartbitterschokolade greifen. Wenn Kinder den Kuchen besonders gerne süß und mild mögen, passen Vollmilch-Schokotropfen wunderbar. Du kannst natürlich auch beide Sorten miteinander kombinieren.
Aufbewahrung:
Nach dem vollständigen Auskühlen kannst du den Kuchen gut verpackt bei Raumtemperatur aufbewahren. Am besten bewahrst du ihn luftdicht verpackt oder in einer gut schließenden Kuchenbox auf. So bleibt er schön saftig. Und wie so oft bei Kuchen gilt auch hier: Am nächsten Tag schmeckt er mindestens genauso lecker. Die Aromen können sich noch etwas miteinander verbinden und der Kuchen bleibt wunderbar saftig. Falls denn bei euch überhaupt etwas übrig bleiben sollte. 😉
Kann man den Kuchen auch einfrieren?
Ja, der Kuchen lässt sich wunderbar einfrieren. Wenn du weißt, dass du nicht den ganzen Kuchen auf einmal benötigst, kannst du ihn auch direkt in einzelne Stücke schneiden. Die Kuchenstücke müssen vollständig ausgekühlt sein und können dann gut verpackt eingefroren werden. So kannst du später genau die Menge auftauen, die du brauchst. Das ist besonders praktisch, wenn sich spontan Besuch ankündigt oder wenn man einfach gerne ein kleines Stück selbstgebackenen Kuchen im Gefrierschrank hat. Nach dem Auftauen sollte der Kuchen wieder schön saftig sein.
Mein Fazit:
Was als kleines Experiment angefangen hat, ist bei uns inzwischen ein richtig schöner Familienkuchen geworden. Die Idee war eigentlich ganz einfach: Es gibt gerade so viele Zucchini – warum also nicht einmal etwas Neues ausprobieren?
Und ausgerechnet die Zucchini, die zunächst für skeptische Kinderblicke und ein deutliches „Igitt!“ gesorgt hat, verschwindet am Ende beinahe unsichtbar im Schokoladenkuchen. Was bleibt? Ein saftiger, schokoladiger Kuchen mit leckeren Schokotropfen, der bei uns ziemlich schnell verschwunden ist.
Manchmal muss man einfach etwas ausprobieren, auch wenn es auf den ersten Blick ein bisschen nach „Igitt“ klingt. Denn wer weiß – vielleicht wird daraus am Ende ein neues Lieblingsrezept. Bei uns jedenfalls war die Antwort ziemlich eindeutig:“Mama, darf ich noch ein Stück?“ Und damit war dann wohl endgültig bewiesen: Zucchini im Schokoladenkuchen ist nicht igitt – sondern traumhaft lecker!
Meine Video Anleitung soll dir bei deiner Zubereitung helfen. Schau dir gern vorab oder währenddessen mein Video an und bereite alles Schritt für Schritt zu! Darunter findest du das komplette Rezept nochmals zum ausdrucken oder nachlesen. Auf geht’s. Viel Spaß bei der Zubereitung!

Notizen
Ich danke Dir ganz herzlich für Deinen Besuch in meiner Rezeptewelt. Ich hoffe Dich schon bald hier wieder zu sehen. Wenn du magst, kannst du gern einen netten Kommentar da lassen. Ich freue mich von Dir zu lesen 🙂
Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim nachmachen!
Jacky 😉
